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Wandbilder für Sehbehinderte "ertastbar"

16.10.2014  | News

Modelle der Albrechtsburg Meißen aus dem 3D Drucker

Rapidobject fertigt Wandbilder für Sehbehinderte, 3D Modelle der Albrechtsburg Meißen aus dem 3D Drucker
Meißen. Am 16.10.2014 präsentierte die Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen GmbH (SBG) gemeinsam mit der Rapidobject GmbH auf der Albrechtsburg Meißen den erfolgreichen Test eines neuen Vermittlungsangebotes für Blinde und Sehbeeinträchtigte. Künftig soll der Schlossbesuch für Blinde und Sehbehinderte erleichtert werden, indem 3D Modelle aus dem 3D Drucker die Wandbilder ertastbar machen.

Die Motive von sechs Wandbildern aus den Innenräumen der Albrechtsburg Meißen sollen dabei durch die innovative 3D Drucktechnologie leichter vermittelt werden.

Als Erstes wurde das Wandbild, dass die Szene der Gründung der Burg Meißen durch Heinrich I. im Jahr 929 zeigt, im A3-Format gefertigt. Der Fokus lag hierbei vor allem auf der Detailtreue, um die Bilder für Sehbehinderte „ertastbar“ zu machen. Durch die Dreidimensionalität wird eine Tiefenwirkung erzeugt, dass das Wandgemälde haptisch macht. Hierfür erstellte die Rapidobject GmbH zunächst 3D Daten mithilfe der Blender-Software, um aus 2D Vorlagen die dritte Dimension zu erschaffen. Dabei wurden verschiedene Höhenniveaus visualisiert und unstimmige Perspektiven des Originals des Malers Anton Dietrich aus dem Jahre 1877, angeglichen, um ein realistisches Bild zu erschaffen.

Unter der Verwendung des Verfahrens Selektives Lasersintern wurden die einzelnen Figuren in Kunststoff (PA2200) gefertigt, um ein stabiles 3D Modell für die Museumsbesucher zu präsentieren. Das anschließende Einfärben der Einzelteile bildete dabei einen essentiellen Erfolgsfaktor. Der Blinden- und Sehbehindertenverband Sachsen lieferte hierfür wichtige Hinweise. So wurde in frühen einfarbigen Versionen des Modells deutlich, dass eine Einfärbung bestimmter Inhalte gerade für sehbehinderte Menschen ein enormer Zugewinn ist. Die leuchtenden Farben des 3D Modells sollen durch einen Audioguide unterstützt werden, der zusätzlich Informationen liefert.

Auch André Brendle vom Landesvorstand des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Sachsen e.V, der das 3D Modell vor Ort ertasten durfte, zeigte sich begeistert. „Ein 3D-Modell in dieser Detailfülle und in dieser Qualität kennen wir im Museumsbereich bisher nicht. Der Einsatz des 3D-Druckes ist ein großer Fortschritt gegenüber herkömmlichen Methoden, zweidimensionale Motive dreidimensional darzustellen. Für Blinde und Sehbehinderte ist damit ein ganz hervorragendes Angebot hier auf der Albrechtsburg Meißen geschaffen worden“.

Der Einsatz des 3D Druckes für die barrierefreie Museumsvermittlung durch Tastmodelle ist weltweit einzigartig und beschreibt einen weiteren Fortschritt in der Entwicklung der 3D Druck-Technologie.
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